Ratgeber

DEHP bei Trinkflaschen: Phthalat-Weichmacher erklärt

Wenn Sie direkt vergleichen möchten, starten Sie im Trinkflaschen-Finder. Bei einer markenorientierten Suche hilft die Herstellerübersicht. Für Pflegefragen lesen Sie den Ratgeber zum Reinigen von Edelstahl-Trinkflaschen. Material- und BPA-Fragen ordnet der Beitrag gesunde Trinkflasche ein.

DEHP taucht häufig gemeinsam mit BPA in Ratgebern zu Trinkflaschen auf. Chemisch sind das jedoch zwei verschiedene Themen. Wer die Angaben auf einer Flasche richtig einordnen möchte, sollte deshalb zuerst die Begriffe auseinanderhalten.

Was ist DEHP?

DEHP steht für Bis(2-ethylhexyl)phthalat. Es gehört zu den Phthalaten und wird als Weichmacher eingesetzt, insbesondere bei bestimmten flexiblen Kunststoffen.

Anders als BPA ist DEHP also tatsächlich ein Weichmacher. BPA gehört dagegen zu den Bisphenolen. Aussagen über den einen Stoff lassen sich nicht einfach auf den anderen übertragen.

Bedeutet Kunststoff automatisch DEHP?

Nein. Die Bezeichnung Kunststoff reicht nicht aus, um auf DEHP zu schließen. Es gibt viele verschiedene Kunststoffe und Materialmischungen, die unterschiedlich aufgebaut sind.

Bei einer Trinkflasche können zudem mehrere Materialien zusammenkommen. Der Flaschenkörper kann aus einem anderen Material bestehen als Deckel, Dichtung, Trinkaufsatz oder Strohhalm. Genau deshalb ist es wenig sinnvoll, Kunststoffflaschen pauschal als mit Weichmachern belastet zu bezeichnen.

Wie wird DEHP in der EU eingeordnet?

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA führt DEHP auf der Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe. Als Gründe nennt die ECHA unter anderem die Einstufung als reproduktionstoxisch sowie endokrinschädigende Eigenschaften für die menschliche Gesundheit und die Umwelt.

DEHP unterliegt in der Europäischen Union verschiedenen regulatorischen Vorgaben und Beschränkungen. Diese beziehen sich auf bestimmte Verwendungen und Rechtsbereiche. Die verkürzte Aussage, DEHP sei einfach überall verboten, wäre deshalb genauso ungenau wie die Annahme, jeder flexible Kunststoff müsse DEHP enthalten.

Auch Phthalate sind keine einheitliche Substanz. Die Stoffgruppe umfasst unterschiedliche Verbindungen, die regulatorisch nicht alle gleich behandelt werden.

Was heißt das für eine Trinkflasche?

Für die Auswahl einer Flasche ist zunächst wichtig, welche Materialien tatsächlich verarbeitet wurden und welche Teile mit dem Getränk in Kontakt kommen.

Bei einem Metallkörper können beispielsweise weiterhin Kunststoffteile und elastische Dichtungen vorhanden sein. Bei einer Kunststoffflasche wiederum lässt sich aus dem Flaschenkörper allein nicht ableiten, welcher Weichmacher verwendet wurde oder ob überhaupt einer nötig ist.

Darum bringt die pauschale Empfehlung Kunststoff meiden und Edelstahl nehmen wenig. Aussagekräftiger sind konkrete Herstellerangaben zum jeweiligen Produkt.

Deckel, Dichtung und Trinkaufsatz mitprüfen

Gerade bei Sport- und Kinderflaschen besteht der Verschluss oft aus mehreren Einzelteilen. Ventile, Dichtungen, Mundstücke und Strohhalme sollten deshalb nicht einfach unter dem Material des Flaschenkörpers mitgedacht werden.

Wer Wert auf nachvollziehbare Materialangaben legt, sollte auf eine Produktbeschreibung achten, die auch diese Teile berücksichtigt. Bei austauschbaren Dichtungen oder Strohhalmen ist außerdem hilfreich, wenn passende Ersatzteile angeboten werden.

Praktische Kaufhilfe

Achten Sie bei einer Trinkflasche auf:

  • eine möglichst genaue Materialangabe zum Flaschenkörper,
  • Angaben zu Deckel, Dichtung, Trinkaufsatz und Strohhalm,
  • die vorgesehene Nutzung mit den gewünschten Getränken,
  • klare Pflege- und Reinigungshinweise,
  • passende Ersatzteile für Verschleißteile.

Eine Kennzeichnung wie phthalatfrei ist dabei eine konkrete Herstellerangabe für das beschriebene Produkt oder Bauteil. Sie sollte nicht pauschal auf andere Modelle derselben Marke übertragen werden.

Quellen & weiterführende Informationen